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It's a match.

Aktualisiert: 2. Feb 2018

Mütze – Ethel Vaughn, Wollmantel: IKSI


Häufig werde ich gefragt, wo ich denn in Hamburg meine Garderobe finde. Ich bin und bleibe eine treue offline-Shopperin, ich mag das echte Einkaufserlebnis viel zu sehr und bin fürs online Bestellen und Warten oft zu ungeduldig. Die Auswahl an kleinen guten Stores in Hamburg ist gering (besonders im Vergleich zu Berlin). Aber wir haben sie auch: unsere Lokalen Dealer. Frei heraus, meine vier teils altbekannten teils neugewonnenen Favoriten: der Mili Store, Purple Pink, Kleine Freiheit N°1 und die B-Lage. Zu zwei der Stores habe ich Dajana von bemoreimpulsee.eu für ein Styling mitgenommen.


Dajana. Da war sie auf einmal. Als ich im Januar 2016 einen Platz für unser adidas x Stella McCartney Event verloste, hat Dajana mit top Sport-Performance und viel Herz unter @zugarandzalt mit ihrem Foto überzeugt. Yes. Und von dort an war's um uns geschehen. Thanks Lord Instagram. Sie gehört definitiv zu meinen online Bekanntschaften die sich im Nu, nach unserer ersten analogen Begegnung, zu einer echten tiefen Freundschaft entwickelt haben. Zeitgemäß supporten wir uns seither on- und offline für dieses und jenes. Und hier in Sachen Stil.


Dajana: Pullover – Ethel Vaughn, Ava: Mütze – Ethel Vaughn, Wollmantel – IKSI


Meinen ersten Styling-Job habe ich 2006 (so kurz nach dem Abi) gemacht. Damals als Assistentin von meinen Vater, gemeinsam für eine Bugatti Kampagne. Ich wollte nie das gleiche machen, wie meine Eltern – welches Kind will das schon?! Aber heute freut es mich zu sehen und erleben, wie viel Einfluss das Elternhaus auf mich hat. Auch fernab vom Styling, bei anderen Fertigkeiten. 

Styling gehörte und gehört noch heute zu den Dingen, die mir irgendwie leicht fallen. Sich zu kleiden hat für mich etwas sehr natürliches. Oft ist es mein Bauchgefühl – es sagt mir, was will und was nicht. Ich finde, man sieht schnell, ob jemand etwas trägt, in dem er oder sie sich wohlfühlt. Und ebenso auch andersherum. Mode kann zur Kommunikation werden, zu deiner Plattform und einem Transkriptions-Tool der Empfindungen. Nie möchte ich jemanden verkleiden oder in seinem Stil beraten. Einen Stil hat man, ein Styling kann man bekommen. Darin liegt für mich ein großer Unterschied. Ich gebe Vorschläge und teile meine Bilder von Formen, Farben, Silhoutten in Editorials aber auch mit Personen. Und heute mit Dajana.


Dajana: Bluse und Weste – Ethel Vaughn, Ava: Wollmantel – IKSI



Blogosphäre, das echte Leben und der Life(style). Wir im Dialog.


Auf deiner Seite impulsee.eu steht in fetten Lettern: SORRY JUNGS – DIE KURVEN GEHÖREN UNS. Motorsport als Männerdomäne. Ist es anstrengend sich da als Frau Gehör zu schaffen?

Diese Szene ist mittlerweile viel offener für Frauen geworden – jedenfalls nehme ich das so wahr. Was daran liegen könnte, dass ich den Job bereits eine Weile mache und ich mit dem Älter werden, als Frau gesehen und in dem Bereich anerkannt werde und nicht mehr das „kleines Mädchen“ bin. Wichtig war mir immer: ganz klar zu mir zu stehen. Das Frausein ist nichts, was ich verstecken oder an dieses (oder irgendein) Business anpassen will. Ich bin ich – eben genauso, wie ich bin. Ich muss aber zugeben, dass es ein paar Jahre gedauert hat bis ich es zu dieser Erkenntnis kam.

Seit Sommer 2013 hast du dich dazu entschieden deinen Blog und damit die Intensität deiner Arbeit in der Blogesphäre zu professionalisieren, wie hat sich dein Alltag seither verändert?  

Das Leben bedeutet immer auch Veränderung. Man entwickelt sich weiter, so auch das Selbstbild und die Eigenschaften. Als ich mit dem Bloggen begonnen habe stand ich in Kinderschuhen der Stressresistenz, Unerfahrenheit macht sich bemerkbar. Vor zwei Jahren war der Job für mich ein Stressfaktor mit maximalem Leistungsdruck. Wichtig ist, dass man herausfindet, was man will und was nicht, was einem taugt und was nur zusätzlich unnötig Energie fordert. Einen Blog zu betreiben, auf sozialen Medien präsent zu sein, bedarf viel Planung, aber die Spontanität und Freude darf dabei nicht verloren gehen. Deshalb gilt für mich nun: weniger ist mehr! Wenn ich posten will, dann tu ich es, wenn nicht dann nicht. Durch die vielen Menschen, die mir begegnet sind und die Möglichkeiten, die mir täglich vom Leben geboten werden, verändert sich alles immer und ständig. Jede Chance bietet aber mindestens so vielen Risiken. Nichts passiert ohne mein Zutun. Ich muss auch jeden Tag aufstehen, mich aufraffen, losgehen und loslegen. Mein Alltag hat sich vor allem dadurch verändert, dass es keinen typischen „Alltag“ gibt.

impulsee.eu hat sich zum bekanntesten Motorblog in Österreich und einem der meistgelesenen im deutschsprachigen Raum entwickelt. Das ist eine Ansage, Hut ab. Übt das Druck auf dich aus, den Erwartungshaltungen deiner Leserschaft gerecht zu werden? 

Ich bin eine Person des öffentlichen Lebens – das klingt merkwürdig, ist es auch. Ich merke oft erst im direkten Austausch mit meinen Lesern und Leserinnen, wie wichtig ihnen meine Meinung ist. Ich will nicht sagen, dass ich ein Vorbild bin aber trotzdem möchte ich vorbildlich handeln. Auch das war ein Prozess, der mich bis in die Überperfektion getrieben hat. Heute bin ich gelassener und nicht mehr so streng mit mir, ich bin einfach ich – mit all meinen Macken, aber auch mit all meinen Stärken. Mein öffentliches-Ich ist das Abbild einer Welt, die ich selbst geschaffen habe, um eine Kommunikationsplattform zu gestalten. Aber es ist eben ein Abbild, eine Welt, die automatisch einem Filter durchläuft. 

Für dich schließt Mode und Stil, Motor und Sport nicht aus – ganz im Gegenteil. Warum? Wie passt das in den Dajana-Kosmos?

In meinen Beiträgen schreibe ich wenig über das Auto selbst, sondern über die Emotionen, die ich erlebt habe, die Tour, die ich gewählt habe oder einfach Gedanken, die ich während der Fahrt hatte. Ein Auto ist als Transportmittel von A nach B, durch diverse andere Fortbewegungsmittel zu ersetzen (oder eben auch nicht). Für viele ein Gebrauchsgegenstand und für andere Ausdruck von persönlichem Lebensgefühl. Für mich ist es immer Lebensgefühl. Und da schließt sich der Kreis, denn Lebensgefühl ist auch die Kleidung, die ich trage - nicht jeden Tag gleich, aber immer mir und meiner Stimmung entsprechend. Wenn ich also gefragt werde, was mein Traumauto ist, welches ich besitze oder besitzen möchte, gebe ich immer die selbe Antwort: „Ich ‚besitze’ kein Auto und ich trage nicht jeden Tag das Selbe!"


Von oben nach unten: Dajana: Pullover – Ethel Vaughn

Ava & Dajana: Onesize Rollkragenkleider – Ethel Vaughn x IKSI


Wir sind einen Vormittag zusammen unterwegs gewesen: Wir haben Stores besucht, Outfits zusammengestellt, anprobiert, fotografiert – wie hast du dich gefühlt? 

Fotografiert zu werden, das bin ich gewohnt, auch mal von einem Kamerateam begleitet zu werden - aber mein Styling aus der Hand zu geben, war spannend und neu. Vor allem, weil ich nicht wusste, wie es mir gefallen wird und ob ich so viel „Kontrolle“ abgegeben kann. Ich bin mir sehr sicher in dem was ich tue, wie ich mich style und kleide - es war ein Experiment, mit erstaunlich positivem Ausgang. 


Du hast auch ein paar Outfits getragen, die du dir nicht selbst rausgesucht hast (wie z.B. die Culotte in der B-Lage, die dir sehr gut steht), hat es dich neugierig auf mehr gemacht? 

Die Outfits haben neue Facetten von mir gezeigt, mich aber nicht verkleidet - das hätte ich so nicht erwartet. Einige der Teile habe ich gekauft bzw. überlege ich noch zu kaufen.

Was bedeutet Stil für dich?

Stil ist für mich losgelöst von Alter und Schönheit, es ist ein Gefühl, bei dem einem Photoshop und Filter nicht helfen können. Stil lebt man von innen heraus und unterstreicht ihn im letzten Schliff erst durch Kleidung und Styling.

Ein Abschließender Satz zu unserem Tag: 

Kontrolle abzugeben ist immer eine Art Herausforderung. Zu erkennen, was andere in mir sehen, aber ein schönes Gefühl. Du hast mir eine Seite von mir gezeigt, die ich so nicht gesehen oder der Welt präsentiert hätte. Liebsten Dank dafür.


Dajna's Beitrag findet ihr hier.




Shirt und Culotte – Trinkhallen Schickeria, Kette – Naiona, Schuhe – Dajana's own


Photos: Daniel Wesche

Text: Ava Carstens

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